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Typisches Anwendungsszenario: Öl & Gas – Fernüberwachung und -steuerung von Bohrlochköpfen

Jul 28, 2026

1. Branchenhintergrund

Der vorgelagerte Öl- und Gassektor operiert unter einigen der härtesten und logistisch anspruchsvollsten Bedingungen der Industriewelt. In diesem speziellen Szenario umfasst ein Onshore-Ölfeld Mehr als 120 verstreute Bohrköpfe verteilt über ein 50 km Radius in einer abgelegenen, halbtrockenen Region. Die Entfernung zwischen den Standorten in Verbindung mit der begrenzten Straßeninfrastruktur macht jeden Feldbesuch zu einem erheblichen operativen Aufwand.

Jeder Bohrlochkopf ist eine kritische Produktionsanlage, die Folgendes erfordert:

  • Kontinuierliche Druck- und Temperaturüberwachung um eine sichere und effiziente Extraktion zu gewährleisten.

  • Notabschaltventil (ESD) in der Lage, sofort auf Überdruck oder Geräteausfälle zu reagieren.

  • Durchflussmessung für eine genaue Produktionsabrechnung und ein effizientes Reservoirmanagement.

  • Solarbetriebener Betrieb mit extrem begrenzte Bandbreite Die Konnektivität wird über Satelliten- oder Mobilfunknetze mit hoher Latenz, geringem Datenvolumen und intermittierender Abdeckung bereitgestellt.

Die Kombination aus extremen Umgebungsbedingungen, geografischer Streuung und eingeschränkter Konnektivität führt zu einem extremen Risiko und hohen Kosten im Betrieb. Herkömmliche SPS-E/A-Lösungen – konzipiert für klimatisierte Innenschränke mit stabiler Stromversorgung und unbegrenzter Netzwerkbandbreite – funktionieren in dieser Umgebung schlichtweg nicht zuverlässig.

2. Kritische Schwachstellen (vor der Implementierung)

Vor der Implementierung unserer Lösung stand der Betreiber vor vier miteinander verbundenen Herausforderungen, die sich direkt auf Produktion, Kosten und Sicherheit auswirkten:

 
 
SchmerzpunktAuswirkungen auf den Betrieb
Extreme Temperaturschwankungen (-20°C nachts bis +55°C tagsüber) führten dazu, dass herkömmliche I/O-Module in kommerzieller Qualität erhebliche Signalabweichungen oder einen kompletten Hardwareausfall erlitten.Häufige Fehlauslösungen der ESD-Schutzeinrichtungen aufgrund fehlerhafter Temperaturmessungen führten zu verlorene Produktionstage – Jeder Fehlalarm erforderte einen Vor-Ort-Besuch, um das System manuell zurückzusetzen und erneut zu validieren.
Geografische Fernverteilung selbst einfache Fehlersuche und Modulaustausch wurden dadurch erleichtert 4-stündige Hin- und Rückfahrt Pro Standort, ohne Diagnosezeit. Bei 120 Bohrlochköpfen wurde die routinemäßige Wartung zu einem logistischen Albtraum.Außergewöhnlich hohe Betriebskosten (Kraftstoff, Fahrzeugverschleiß, Arbeitsstunden der Techniker); verzögerte Reaktionen auf tatsächliche Ausfälle führten oft dazu, dass kleine Probleme zu größeren Produktionsstillständen führten.
Instabile Stromversorgung Durch die Einwirkung von Solarzellen und Batteriespeichern kam es bei Spannungseinbrüchen, insbesondere in der Dämmerung, zu einem Zurücksetzen oder Verfälschen des internen Zustands der Module.Häufig Verlust der DatenkontinuitätDie Außendienstteams mussten zusätzliche Besuche durchführen, um Module manuell neu zu starten und die Kommunikationsverbindungen wiederherzustellen.
Keine Fernsichtbarkeit Der Bediener hatte weder in Echtzeit noch annähernd in Echtzeit Einblick in die Bedingungen am Bohrlochkopf. Die Feldteams wurden nach einem festen Zeitplan zur manuellen Ablesung der Manometer entsandt, unabhängig vom tatsächlichen Bedarf.Ineffizienter Einsatz von Fachkräften; unnötige Gefährdung der Arbeiter durch Sicherheitsrisiken an abgelegenen Standorten (Verkehrsunfälle, Wildtiere, extreme Hitze).

Diese Schwachstellen waren nicht bloß Unannehmlichkeiten – sie waren direkte Beeinträchtigung der Rentabilität und der Betriebssicherheit.

3. Lösung implementiert

Unsere SPS-Modullösung wurde als direkter Ersatz Das System ist für die bestehende, mangelhafte I/O-Infrastruktur an jedem Bohrlochkopf ausgelegt. Es ist vollständig solarfähig und für den berührungslosen Fernbetrieb konzipiert.

 
 
KomponenteFunktion
8-Kanal-Analog-EingangsmodulLiest 4–20 mA-Signale von Druckmessumformern (Bohrlochkopfdruck, Leitungsdruck) und elektromagnetischen Durchflussmessern. Ein hochpräziser 16-Bit-ADC gewährleistet genaue Produktionsdaten.
4-Kanal-RTD-ModulÜberwacht Pt100-Sensoren für Umgebungstemperatur und Prozesstemperatur – entscheidend für die Dichtekorrektur bei Durchflussberechnungen und für den Frostschutz.
16-Kanal-Digital-I/O-ModulSteuert ESD-Ventile (Ausgänge) und empfängt Statusrückmeldungen von Pumpen-/Kompressorschützen (Eingänge). Konfigurierbar für ausfallsichere Logik.
Gateway-Modul (mit Mobilfunk-/Satelliten-Uplink)Aggregiert alle lokalen E/A-Daten; veröffentlicht über MQTT über Mobilfunk/Satellit zur zentralen SCADA-Plattform; beinhaltet eine integrierte Datenpufferung für Netzwerkausfälle.

Das gesamte Rack ist in einem Wetterfestes Gehäuse mit Schutzart IP67 mit passiver Kühlung – keine Lüfter oder Heizungen erforderlich.

4. Wichtigste technische Unterscheidungsmerkmale

 
 
Operative HerausforderungUnsere Lösungsfunktion
Breiter TemperaturbereichIndustrietaugliche Module, zertifiziert für -40 °C bis +85 °C Betrieb. Keine externe Heizung oder Kühlung – die Module behalten die spezifizierte Genauigkeit über den gesamten Bereich ohne Leistungsreduzierung bei.
Instabile Solarenergie20 ms Überbrückungszeit + Begrenzung des Einschaltstroms bei sanftem Anlauf – die Module überstehen Spannungseinbrüche und Unterspannungen, ohne dass die Konfiguration zurückgesetzt wird oder verloren geht.
Fernzugriff und geringe BandbreiteMQTT mit Sparkplug B – stark komprimierte Nutzdaten verbrauchen 80 % weniger Bandbreite im Vergleich zur herkömmlichen Modbus-Abfrage werden die Kosten für Satellitendaten deutlich reduziert.
Kein Techniker vor OrtWebbasierte Gesundheits-Dashboard – von jedem Browser aus zugänglich, zeigt Live-Messwerte pro Kanal und den prädiktiven Gesundheitsindex (0–100%) jedes Moduls an.
NetzwerkausfälleOnboard-Datenpufferung – Speichert bis zu 7 Tage lang lokale, mit einem Zeitstempel versehene Daten; synchronisiert sich automatisch mit SCADA, sobald die Verbindung wiederhergestellt ist, wodurch ein Datenverlust ausgeschlossen wird.

5. Operativer Arbeitsablauf (vereinfacht)

An jedem Bohrlochkopf arbeitet die SPS-Modullösung autonom:

  1. Kontinuierliches Scannen: Alle analogen und digitalen Kanäle werden in 10-ms-Intervallen abgetastet. Die lokale Logik (im Gateway-Modul gespeichert) wertet Druck-, Temperatur- und Durchflussdaten in Echtzeit aus.

  2. Lokale Steuerungsmaßnahme: Wenn der Bohrlochkopfdruck 120 bar, das Modul schließt sofort das ESD-Ventil – kein SCADA-Befehl erforderlich, Reaktionszeit < 10 ms.

  3. Datenveröffentlichung: Prozessdaten werden in MQTT Sparkplug B-Nachrichten verpackt und alle 5 Minuten (konfigurierbar) an das zentrale SCADA-System übertragen. Alarmereignisse werden sofort veröffentlicht.

  4. Prädiktive Diagnostik: Der integrierte Health-Index-Algorithmus analysiert kontinuierlich die Versorgungsspannungswelligkeit, interne Temperaturtrends und Kommunikationsfehlerraten – und gibt frühzeitig Warnungen für jedes Modul aus, das Anzeichen einer Verschlechterung zeigt.

6. Messbare Ergebnisse (12 Monate nach der Implementierung)

MetrischVorNachVerbesserung
Bohrlochfeldbesuche8 pro Woche2 pro Woche↓ 75%
Fehlauslösungen der elektrostatischen Entladung6 pro Monat1 pro Monat↓ 83%
Datenverlustvorfälle15 % der Tage betroffen< 1%↓ 94%
Kosten für SatellitendatenAusgangswert↓ 78%Die MQTT-Komprimierung ermöglicht erhebliche Einsparungen bei den Betriebskosten.
Gesamte jährliche BetriebskostenAusgangswert↓ 38%Reduzierung der Arbeits-, Treibstoff-, Ersatzteil- und Kommunikationskosten
Gefährdung der PersonensicherheitHoch (häufiges Autofahren)Deutlich reduziert75 % weniger Autofahrten = 75 % geringeres Sicherheitsrisiko
 
MetrischVorNachVerbesserung
Bohrlochfeldbesuche8 pro Woche2 pro Woche
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